Wenn der erste Gemüsebrei gut klappt, stellt sich vielen Eltern die Frage, wie ein sättigender Abendbrei gelingt. Ein einfaches Milch-Getreide-Brei-Rezept braucht nur drei Grundzutaten und lässt sich in etwa 10 Minuten zubereiten. Ich zeige, welche Mengen passen, wann der Brei sinnvoll ist und worauf es bei Milch, Getreide und Obst ankommt.
Die wichtigsten Mengen und Regeln auf einen Blick
- 200 ml Vollmilch, 20 g Getreide und 2 Esslöffel Obst oder Fruchtsaft ergeben eine Portion.
- Der Brei passt meist als zweite Beikostmahlzeit etwa einen Monat nach dem ersten Brei.
- Verwenden Sie keinen Zucker, Honig oder Salz.
- Im ersten Lebensjahr ist Kuhmilch im Brei geeignet, aber nicht als Hauptgetränk.
- Hafer und Hirse liefern Vollkorn und bringen Abwechslung in den Speiseplan.

Das einfache Grundrezept für eine Portion
Der klassische Milch-Getreide-Brei besteht aus Vollmilch, Getreide und etwas Obst. Die Mengen sind eine Orientierung. Manche Babys essen zunächst deutlich weniger, andere möchten nach und nach eine vollständige Portion von ungefähr 200 Gramm.
| Zutat | Menge | Geeignete Auswahl |
|---|---|---|
| Vollmilch | 200 ml | pasteurisierte Frischmilch, ESL-Milch oder H-Milch mit etwa 3,5 % Fett |
| Getreide | 20 g | Vollkornhaferflocken, Hirseflocken, Dinkel oder Weizengrieß |
| Obst oder Fruchtsaft | 2 EL | zerdrückte Banane, geriebener Apfel, Birne oder ungesüßtes Obstmus |
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So gelingt die Zubereitung
- Geben Sie die Milch in einen kleinen Topf. Getreideflocken rühren Sie in die kalte Milch ein, Grieß kommt in die bereits heiße Milch.
- Erhitzen Sie die Mischung unter Rühren und lassen Sie sie etwa 3 Minuten aufkochen oder quellen, bis eine cremige Konsistenz entsteht.
- Nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen Sie den Brei kurz abkühlen.
- Rühren Sie das Obst oder den Fruchtsaft unter. Vor dem Füttern sollte der Brei nur noch lauwarm sein.
Bei groben Haferflocken kann der Brei etwas stückiger bleiben. Für die ersten Versuche sind feinere Flocken oder spezielle Baby-Getreideflocken oft angenehmer, weil sie schnell weich werden und sich leicht schlucken lassen.
Wann der Milch-Getreide-Brei in die Beikost passt
Der Start richtet sich nicht allein nach dem Alter. Beikost ist frühestens mit Beginn des fünften und spätestens mit Beginn des siebten Monats sinnvoll, wenn das Baby zusätzlich bestimmte Reifezeichen zeigt.
- Es kann den Kopf sicher halten und mit Unterstützung aufrecht sitzen.
- Es beobachtet andere beim Essen und zeigt Interesse an Lebensmitteln.
- Es schiebt Nahrung nicht mehr reflexartig mit der Zunge aus dem Mund.
- Es öffnet den Mund für den Löffel und kann Nahrung zunehmend schlucken.
In der klassischen Beikostabfolge folgt der Milch-Getreide-Brei meist ungefähr einen Monat nach dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Das ist aber kein starrer Kalender. Wenn der erste Brei noch nicht gut akzeptiert wird, darf die Einführung des nächsten Breis warten.
Muttermilch oder Säuglingsmilch bleibt weiterhin wichtig. Ich rate Eltern, sich nicht an einer bestimmten Uhrzeit festzubeißen. Der Abend passt oft gut, aber entscheidend ist, wann das Baby wach, hungrig und aufnahmefähig ist.
Welche Milch und welches Getreide gut funktionieren
Für die übliche Portion eignet sich pasteurisierte Vollmilch mit etwa 3,5 Prozent Fett. Rohmilch sollte für Babys nicht verwendet werden. Im ersten Lebensjahr ist Kuhmilch als Bestandteil einer täglichen Breimahlzeit vorgesehen, als Getränk gehört sie jedoch noch nicht regelmäßig in den Becher.
Hafer ist für viele Familien eine gute erste Wahl. Er lässt sich schnell zubereiten und liefert Vollkorn. Hirse, Dinkel und Weizengrieß sind ebenfalls möglich. Ich empfehle, die Getreideart gelegentlich zu wechseln, damit das Baby verschiedene Geschmäcker und Konsistenzen kennenlernt.
Muttermilch oder Pre-Nahrung können ebenfalls verwendet werden. In diesem Fall wird das Getreide zunächst mit Wasser zubereitet und die Milch anschließend nach dem Abkühlen eingerührt. Muttermilch und Säuglingsmilch sollten nicht mitgekocht werden.
Obst, Konsistenz und schmackhafte Varianten
Das Obst bringt natürliche Süße und ergänzt den Brei geschmacklich. Geeignet sind reife Birne, Banane, Apfelmus oder fein geriebener Apfel. Bei rohem Apfel und anderem festen Obst achte ich darauf, dass es wirklich fein gerieben oder zerdrückt ist.
Der Brei darf cremig, aber nicht klebrig-dick sein. Ist er zu fest, können Sie etwas abgekochtes Wasser unterrühren. Wird er zu flüssig, helfen wenige zusätzliche Getreideflocken. Die Konsistenz richtet sich nach den Fähigkeiten des Kindes, nicht nach einer vermeintlich perfekten Rezeptur.
- Hafer-Birnen-Brei schmeckt mild und eignet sich gut für den Einstieg.
- Hirse-Bananen-Brei wird durch die Banane cremig und leicht süßlich.
- Dinkel-Apfel-Brei bringt einen etwas kräftigeren Getreidegeschmack mit.
Obstmus aus dem Glas ist unterwegs völlig in Ordnung, sofern es ungesüßt ist. Fertigbreie können ebenfalls eine gute Lösung sein. Die Zutatenliste sollte möglichst kurz sein und vor allem Milch und Vollkorngetreide enthalten.
Typische Fehler beim Abendbrei vermeiden
Der häufigste Fehler ist das Nachsüßen, weil der Brei Erwachsenen zunächst fade vorkommt. Babys müssen sich aber erst an den Eigengeschmack gewöhnen. Zucker, Honig, Sirup und Salz gehören deshalb nicht hinein. Honig ist für Kinder unter einem Jahr zudem grundsätzlich ungeeignet.
Auch pflanzliche Drinks aus Hafer, Mandeln oder Reis sind kein gleichwertiger Ersatz für Milch. Sie enthalten je nach Produkt deutlich weniger Eiweiß und andere Nährstoffe. Bei einer vermuteten Kuhmilchallergie sollte die Umstellung deshalb mit der Kinderarztpraxis oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft abgestimmt werden.
Ein weiterer Irrtum ist, dass der Abendbrei automatisch besser schläfrig macht. Er kann satt machen, ist aber kein Schlafmittel. Wenn ein Baby nachts weiterhin gestillt werden möchte oder eine Flasche braucht, ist das in der Beikostzeit normal.
Wenn Allergien oder besondere Ernährungsformen eine Rolle spielen
Ein erhöhtes Allergierisiko ist kein Grund, Milch oder Getreide vorsorglich besonders spät einzuführen. Die üblichen Empfehlungen gelten auch für diese Babys. Neue Lebensmittel sollten in kleinen Mengen angeboten und gut beobachtet werden.
Bei Ausschlag, wiederholtem Erbrechen, Atemproblemen, deutlichem Durchfall oder Blut im Stuhl muss die Zufuhr beendet und medizinischer Rat eingeholt werden. Atemnot oder eine rasch zunehmende Schwellung sind ein Notfall.
Eine vegane Ernährung im ersten Lebensjahr sollte nicht ohne fachliche Begleitung geplant werden. Säuglingsnahrung, Vitamin B12, Eisen, Jod und weitere Nährstoffe müssen zuverlässig abgedeckt sein. Pflanzliche Getränke allein ersetzen weder Muttermilch noch geeignete Säuglingsmilch.
Ein Abendbrei, der zum Familienalltag passt
Für eine gute Portion genügen 200 ml Vollmilch, 20 g Getreide und zwei Esslöffel ungesüßtes Obst. Bereiten Sie den Brei frisch zu, lassen Sie Ihr Baby in Ruhe essen und orientieren Sie sich bei der Menge an seinem Hunger.
Wenn drei Breimahlzeiten eingeführt sind, braucht das Kind zusätzlich Wasser. Bis dahin liefern Muttermilch, Flasche und die Breie meist ausreichend Flüssigkeit. Für mich ist der beste Brei deshalb nicht der aufwendigste, sondern einer, der nährstoffgerecht, sicher und im Alltag regelmäßig machbar ist.